Arten von Obstgartenpflanzen

Der zunehmende Einsatz von Hagelschutznetzen hat zu einer Weiterentwicklung der Systemtypen geführt. Die traditionellen „Schuppen“- oder „Fachwerk“-Systeme wurden um neue, praktischere und funktionalere Installationsmodelle ergänzt, wodurch die Bau- und Verwaltungskosten gesenkt wurden. Nachfolgend finden Sie ein Beispiel für die verschiedenen Systemtypen.

CAPANNINA SYSTEME

Das vor über 30 Jahren für besonders hohe Bäume (4–5 m) entwickelte System eignet sich für Obstplantagen mit einem Pfostenhöhen-Reihenabstandsverhältnis von maximal 1 (h/l). Für den Abfluss von Hagelkörnern ist ein Gefälle von 65–70 % erforderlich. Zur ordnungsgemäßen Funktion muss das Netz sowohl an den First- als auch an den Querdrähten befestigt werden. Das System besteht aus einer tragenden Konstruktion aus rechtwinklig zueinander angeordneten Betonpfosten. Die Konstruktion wird durch Drähte und Seile ergänzt, die eine vorgegebene Netzneigung ermöglichen. Die einzelnen Netzbahnen werden mit Kunststoffclips verbunden, um einen gleichmäßigen Verschluss zu gewährleisten.
Nettogefälle: 65–70 %
Fachwerkhöhe: 140–150 cm
Reihenbreite: mehr als 4 Meter
Plattenabstand: 2 Meter
Pfostenkappen: selbstsichernd für Betonpfosten mit Einzelbolzen zur Befestigung von Quer- und Firstdrähten oder -seilen
Vorteile: Gute Schutzwirkung, Hagel bildet keine Hohlräume
Nachteile: Höhere Anschaffungskosten (höhere Pfosten und größerer Querschnitt, doppelte seitliche Verankerungen)

HALBGESCHOSSSYSTEME

Flach- oder Halbflachnetz (uneingeschränkt). Dieses System stammt ursprünglich aus Österreich und ist heute in Italien am weitesten verbreitet. Es beruht auf dem Funktionsprinzip, dass das Gewicht der Hagelkörner das Netz an den Verbindungsstellen absenkt und so eine teilweise Entleerung ermöglicht. Wie beim Schuppensystem wird das Netz entlang des gesamten Umfangs der Obstplantage verankert. Eine starke Neigung des Netzes ist nicht erforderlich, daher die Bezeichnung „flach“ oder „halbflach“, obwohl eine steilere Neigung einen besseren Schutz bietet. Das Netz wird ungespannt auf dem Firstdraht platziert und dort mit Netzstiften, Nähten oder Platten befestigt. Anschließend werden Querkabel installiert und Kante an Kante mit Schnellverschlussplatten verbunden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Netz an den Endpfosten zu verankern: mit einem Knotenring, mit offenen Gabeln oder mit einem Spannkabel, das in variablen Abständen von 1 bis 1,5 m an den Endpfosten angebracht wird.
Nettogefälle: 20–30 %;
Fachwerkhöhe: 40–80 cm;
Reihenbreite: maximal 4 m;
Plattenabstand: 1,40–2 m;
Pfostenkappen: selbstsichernd für Betonpfosten mit Doppelbolzen zur Befestigung von Quer- und Firstdrähten oder -kabeln, glatt rund oder kreuzförmig für Holzpfosten.
Vorteile: Hohe Produktionseffizienz; geringere Anschaffungskosten als bei Hallensystemen. Nachteile
: Erfordert eine stabile Tragkonstruktion (Randverankerungen etc.); Behinderung des Plattformverkehrs; Bildung von Mulden in bestimmten Situationen.

ELASTISCHE SYSTEME

Dieses System stammt ursprünglich aus Frankreich, hat sich aber auch in Italien, insbesondere im Nordwesten, weit verbreitet. Es ist mit den meisten bestehenden Systemen kompatibel. Seitliche Verankerungen und Querseile sind nicht erforderlich. Das Netz muss 25–30 % breiter als der Reihenabstand sein. Es wird ungespannt an den Firstdraht angelegt und mit Netzhaltestiften, Nähten oder kleinen Platten befestigt. Anschließend werden kleine Platten an den Netzrändern angebracht, gespannt und mit elastischen Schnüren und vormontierten Haken am Firstdraht befestigt. So bleibt das Netz waagerecht und behindert nicht die Durchfahrt von Fahrzeugen. Das Funktionsprinzip beruht darauf, dass das Gewicht des Hagels und der Gummibänder das Netz absenkt und es so teilweise entleert werden kann. Nach verschiedenen Versuchen und der damit verbundenen Problematik hat sich das System mit überlappenden, gekreuzten Netzen durchgesetzt. Dabei werden die elastischen Schnüre ober- und unterhalb des Netzes befestigt, indem sie dessen Ränder kreuzen.
Netzneigung: 0 %
Fachwerkhöhe: 0
Reihenbreite: keine Einschränkungen
Vorteile: Anpassbar an die meisten bestehenden Systeme – Dank der Flexibilität der Gummibänder hält das System auch heftigen Stürmen stand – Behinderung der Fahrzeugdurchfahrt
Nachteile: Unvollständiger Schutz des unteren Teils der Fruchtwand – Hohe Belastung des Netzes durch die Bildung und das Fortbestehen von Hagelkörnern – Austausch der Gummibänder alle 5–6 Jahre erforderlich – Stärkere Beschattung

GEMISCHTES ELASTISCHES + PLATTENIMPLANTAT

Dieses System erfordert ein doppelseitiges Netz und verwendet sowohl Gummibänder als auch Platten, was das Entladen bei starkem Hagelsturm erleichtert. Die Kosten für das Zubehör sind jedoch höher als bei anderen Typen.

EINREIHIGE ANTI-CWLING- UND ANTI-BETTBUG-SYSTEME

Dabei handelt es sich um eine separate Abdeckung für jede Reihe. Sie wird seit über 15 Jahren verwendet, wurde aber kürzlich aufgrund ihrer insekten-, apfelwickler- und stinkwanzenabweisenden Eigenschaften neu bewertet. Das Netz wird auf dem Firstdraht angebracht, reicht 50 cm über den Boden und umhüllt die Pflanzenreihe auf beiden Seiten.

  • Es passt sich kleinen Systemen an, auch wenn sie unregelmäßig sind
  • Bietet umfassenden Schutz vor Hagel
  • Es verhindert die durch Apfelwickler (Kernobstwürmer) verursachten Schäden, indem es deren Flug hemmt, mit der positiven Folge, dass weniger Pflanzenschutzmittel benötigt werden.
  • Mit entsprechenden Maßnahmen werden ermutigende Ergebnisse gegen die Asiatische Baumwanze erzielt.

Nachteile:

  • Einige Anbauvorgänge sind schwieriger.
  • Bei Wind können Äste das Netz beschädigen.
  • Es ist nur für mittelgroße/kleine Pflanzen geeignet
  • Es entsteht eine Windbarriere, die bei der Auslegung und Dimensionierung der Anlage nicht unterschätzt werden sollte.